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Faust - Collateral Damage
nach Goethe
Uraufführung:
04.05.2006
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Faust - Collateral Damage
nach Goethe
Mit: Margot Binder, Matthias Hack, Theo Helm, Ingrid Höller, Andreas Puehringer, Eckart Schönbeck, Andrej Serkow.
Regie/Bearbeitung: Ioan C. Toma.
Bühne/Lichtgestaltung: Erich Uiberlacker.
Kostüme: Bonnie Tillemann.
Musik: Andrej Serkow.
Inhalt
Der Universalgelehrte Heinrich Faust schließt einen Pakt mit Mephistopheles, dem Teufel, in dem er sein irdisches Leben gegen einen erfüllten, schönen Augenblick setzt - einen Augenblick, den er, von rastlosem und unstillbarem Erkenntnisdrang getrieben, bislang nicht erleben konnte. Mephistopheles führt Faust durch die „kleine“ und „große“ Welt, durch verschiedene Zeiten und bietet ihm immer neue sinnliche Reize. Er gelangt von der Hexenküche über Auerbachs Keller zur Walpurgisnacht, weiter von der kaiserlichen Pfalz ins Reich der Mütter hin zur Klassischen Walpurgisnacht, in der verschiedenste mythologische Wesen und Götter der griechischen Antike auftreten. Opfer von Fausts egozentrischer Liebe wird Gretchen, er verschuldet den Tod ihrer Mutter und ihres Bruders, Gretchen selbst tötet ihr Kind. Aus der Verbindung mit Helena stammt Fausts Sohn Euphorion, der ebenfalls zu Tode stürzt. Als Dank für seine Hilfe im Krieg erhält Faust vom Kaiser die Küste des Reiches zur Kultivierung und das Recht, dem Meer weiteres Land abzugewinnen. Seinen ehrgeizigen Plänen fällt auch das unschuldige Ehepaar Philemon und Baucis zum Opfer. Schließlich erfüllt sich Fausts Schicksal, erkennt er doch den Augenblick, zu dem er sagen könnte: „Verweile doch, du bist so schön!“ Er bricht tot zusammen und Mephistopheles wähnt sich seiner Seele endlich sicher ...
Er ist einer der tragischsten Helden der Weltliteratur und gilt als Meisterwerk Goethes: Faust, bereits lange vor uns ins Zeitalter des beschleunigten Lebenstempos und der unbegrenzten Fortschrittsdynamik aufgebrochen. Seinem Hunger nach Erkenntnis, seinem ehrgeizigen Ziel, sich die Natur untertan zu machen, ordnet er ohne Rücksicht auf Verluste alles unter, und so bestimmen Irrtum und Maßlosigkeit, Gewalt und Tod seinen Lebensweg. Ein Weg, der zwangsläufig in Zerstörung enden muss: Selbstzerstörung, Zerstörung von anderen und somit letztendlich die Zerstörung der tradierten Welt.
In seiner Bearbeitung filtert Ioan C. Toma das fatale Zusammenwirken von maßlosem Ehrgeiz und Verdrängung der Konsequenzen des eigenen Handelns heraus und gibt somit auch den Blick auf Fausts Opfer frei.
Faust - längst zum Synonym für den Suchenden geworden – hat nichts von seiner Aktualität und Brisanz eingebüßt. Sein Konflikt ist der typische Konflikt des modernen Menschen, der sich auch heute noch die Frage stellen lassen muss, wie weit er gehen würde, um sich und seine Ziele zu verwirklichen.








