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HOUSE OF RICHARD

15.08.2017

Gerade in diesen Zeiten – ich erinnere an den Wahlkampf bis 15. Oktober –, präsentiert uns dieser Richard die unglaublichen Möglichkeiten der Verführungskraft in ihrer hemmungslos zielgerichteten, lustvoll zur Schau gestellten Amoralität. Wir stehen da und staunen … Richard hat in seiner brutalen Grausamkeit, in seiner moralischen „Unabhängigkeit“, mit seiner virtuosen Manipulationskunst und mörderischen Machtbesessenheit nichts von seiner Faszination eingebüßt. Da geht jemand über Leichen, und wir sind geneigt, die Titelfigur im wirklichen Leben und vor allem auf internationalem Parkett wiederzuerkennen. Ich schau zur Zeit die fünfte Staffel von „House of Cards“. Faszinierend. Mörderische Machtgeilheit kann so packend wie feinsinnig inszeniert sein. Frank Underwood, Killer, Manipulator, Strippenzieher, Präsident und Verräter, zeigt sich in kosmischer Gemeinheit. Und trotzdem rührt er uns, und wir finden uns manchmal sogar an seiner Seite – wie es sich für eine gute Tragödie gehört.
Die grandiose Robin Wright, Darstellerin der Claire Underwood in „House of Cards“, sagte in einem Interview: „Für die 5. Staffel taten sich die Drehbuchschreiber schon enorm schwer, echt fiese, spannende Stoffe zu finden, weil uns die derzeitige politische Wirklichkeit mit irrsinniger Rasanz überholt hat und alles, was sie sich ausgedacht hatten, gegen die Wirklichkeit abstank!“

Wir sehen uns im „House of Richard“. Bis dann, Ihr Harald Gebhartl