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DER STAND DER DINGE!

18.06.2018

Wir werden mit einem „Jedermann“ nach Hofmannsthal von Josef Maria Krasanovsky starten. Insofern interessant, weil wir vor 17 Jahren auch an diesen Stoff antippten. Mit „Jedermann, der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“ nach Hofmannsthal/Greenaway. Es ist Zeit, den Stoff neu auseinanderzunehmen und zu besetzen. Josef Maria Krasanovsky – Sie kennen ihn als Autor von „Funnyhills“ –, wird das machen und auch Regie führen. Der sehr reiche Mann, der abgeschirmt von Ausländerströmen, in seinem Palast haust und selbst am Sterben scheitert, ist ein Muss in der Zeit, in der wir leben. 

 

Das zweite Kapitel schlagen wir mit dem „Urfaust“ nach Goethe von Harald Gebhartl auf. Auch ein Thema, an das wir schon vor gut 20 Jahren andockten. Ein junger, wilder, dreiundzwanzigjähriger Goethe skizziert dabei ein stürmisch-drängerisches Stück, das szenisch in seinem Ergebnis an Quentin-Tarantino-Filme erinnerte. Jahre später, Harald Gebhartl wird wieder inszenieren, geht‘s uns um einen Menschen, der sich mithilfe überirdischer Kräfte, zwischen seiner unglaublichen Leidenschaft zu Grete und seinen wissenschaftlichen Allmachtsphantasien aufreibt.

 

Die dritte Geschichte heißt „Kaltes Herz“ von Volker Schmidt. Eine Uraufführung, die er selber inszenieren wird. Sie ist angelehnt an das Märchen von Wilhelm Hauff, in dem ein Mann sein Herz verkauft, eine Story, in der sich ein williger Emporkömmling mit immer brutaleren kriminellen Mitteln die nötige Luft verschafft, um zum reichen Unternehmer zu avancieren … Ein einsamer und kalter Weg.

 

Unser Balkonstück ist von Sibylle Berg und heißt „Nach uns das All oder Das innere Team kennt keine Pause“. Eine Österreichische Erstaufführung. In einem Staat, in dem die protestierende Mehrheit gegen Fremde, Schwule und Tofu ist, treibt es die übrigbleibende Minderheit zur Flucht auf den Mars.

 

Der Shakespeare-Experte Gernot Plass setzt die Überschreibung von „Viel Lärm um Nichts“ um, die er auch selbst inszenieren wird. Der Mann, der „Richard 3 – Vorsicht! Fieser Verführer“ in dieser Saison zu einem Highlight überschrieb, wird seine Shakespeare-Kenntnisse erneut vertiefen und diese Komödie mit ihrem unverwechselbaren Sprachwitz und scharfsinnigen Wortgefechten zu neuen Höhen und frischen Abgründen führen. 

 

Im Rahmen des SCHÄXPIR-Festivals bringen wir „Else (ohne Fräulein)“ von Thomas Arzt heraus. Schnitzlers Novelle „Fräulein Else“ ist der innere Monolog einer jungen Frau, die während eines Kuraufenthaltes zum Sexobjekt degradiert wird. Daraufhin begeht sie Selbstmord. Bei Thomas Arzt verbringen beste Freundinnen eine Woche am See. Ein älterer Herr interessiert sich für sie, und Else beschließt, den Sommer zu einem unvergesslichen zu machen … Thomas Arzt wurde 1983 in Schlierbach, Oberösterreich, geboren. 2016 entstand im Theater Phönix sein Stück „Werther lieben“, inspiriert von Goethes berühmter Dreiecksgeschichte „Die Leiden des jungen Werther“.

 

Weiters werden wir wieder ein Theaterprojekt mit Jugendlichen mit migrantischem Hintergrund anstreben. Dieser Workshop erstreckt sich über die ganze Saison, und im Mai kommen die etwa 20 Kids aus bis zu 10 Nationen zu 6 Aufführungen im Theater Phönix. 

 

Die U20-Slamsters haben im Theater Phönix ein Zuhause gefunden. Die junge Poetry-Szene dreht wieder auf – über die Saison 4-mal –, und die besten NachwuchspoetInnen sorgen für eine abwechslungsreiche, unvergessliche Show. An verschiedenen Freitagen in der Saison werden die Slamsters Workshops abhalten, damit für die Shows genügend Nachwuchs da ist. 

 

Die Improgruppe „Treibgut“, die aus den „Impropheten“ hervorgegangen sind, haben sich im Phönix eingenistet. Sie proben ihr Improtheater im Studio des Theater Phönix und werden zu gegebenen Anlässen die Sau rauslassen und ihre Impro-Qualitäten unter Beweis stellen.

 

Das Theater Phönix wird keinen Tag und keine Nacht auslassen, um Ihnen „anderes“, spannendes und außergewöhnliches Theater zu präsentieren. Eigenproduktionen, Kooperationen und Gastspiele. 

 

Ich kann nur sagen, „Schauen Sie sich das an!“

Ihr Harald Gebhartl