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GOETHES URFAUST-MANUSKRIPT

05.11.2018

Allerdings tauchte das Exemplar erst 50 Jahre nach dem Tod seines Verfassers auf. Interessant ist, dass Goethe in der Zeit seiner Faust-Versuche Bekanntschaft mit Shakespeares Werk gemacht hatte, was ihn wesentlich beeinflusste. „Bei Shakespeare gibt es die berühmte Mischung von Ernst und Spaß“, schreibt Brecht später über den Zusammenhang von Tragödie und Komik. 

 

Ursprünglich kam Goethe mit dem Faust-Stoff bereits in seinen Kindertagen in Frankfurt in Berührung. Auf den Jahrmärkten lernte er das Puppenspiel vom Doktor Faust kennen: „Die Puppenspielfabel klang und summte gar vieltönig in mir“, bekannte er später einmal ganz offen. 

 

Jedenfalls begann sich der dreiundzwanzigjährige Goethe um 1772, in seiner Sturm-und-Drang-Phase, mit dem Stoff auseinanderzusetzen: das Fragment Urfaust entstand, die Grundlage für die späteren Stücke Faust 1 und 2. Eine spannende Aufgabe für einen Gegenwartsautor war es, sich mit dieser impulsiven Urfassung zu beschäftigen und sie mit Elementen aus Faust 1 und 2 zu erweitern. Mit Anspielungen auf das Heute gekoppelt, wird das Stück zu einer herausfordernden „Tragikomödie“.

 

Schauen Sie sich unseren Urfaust im Theater Phönix an, Sie werden es sicher nicht bereuen!

Ihr Harald Gebhartl

 

(Foto: Helmut Walter)