© Stefan Eibelwimmer
zurück

Casting Tibor Foco

von Helmut Köpping , Gregor Stadlober und Ensemble
mit Anna Maria Eder , Markus Hamele , Gabriela Hiti , Rupert Lehofer , Felix Rank , Marion Reiser
Regie: Helmut Köpping
Dokumentation: Gregor Stadlober
Ausstattung: Heike Barnard
Lichtgestaltung: Gerald Kurowski
Musik: Helmut Köpping Armin Lehner
Dramaturgie: Silke Dörner

Er ist einer der spektakulärsten Fälle der österreichischen Justizgeschichte und nach wie vor nicht abgeschlossen: Am 13. März 1986, 6.50 Uhr, wird die Leiche der Prostituierten Elfriede Hochgatter neben den Gleisen der Westbahn im Bereich des Barbara-Friedhofes in Linz aufgefunden. Die junge Frau war brutal misshandelt und durch einen Schuss ins Gesicht regelrecht hingerichtet worden.
Am nächsten Tag wurde der Linzer Tibor Foco, Zuhälter und ehemaliger Motorradrennfahrer, unter dem Verdacht verhaftet, den Mord begangen zu haben. Obwohl er die Tat von Anfang an bestritt und seitens der Polizei und der Justiz viele Ermittlungsfehler gemacht wurden, verurteilte ihn das Gericht am 31. März 1987 rechtskräftig zu lebenslanger Haft. 1995 gelang ihm die spektakuläre Flucht bei einem Freigang in die Linzer Universität. Seither ist er flüchtig und steht nach wie vor als einer der meistgesuchten Verbrecher Österreichs auf der internationalen Fahndungsliste.

Helmut Köpping vom Grazer Theater im Bahnhof, der Dokumentarist Gregor Stadlober und das Ensemble recherchierten den Fall. Aus Interviews mit Zeitzeugen, Dokumaterial, Erzählungen und Improvisationen entstand das Stück „Casting Tibor Foco“: Jahre nach dem aufsehenerregenden Mord findet ein Casting für eine geplante Filmadaption des Falls statt. Sechs Schauspielerinnen und Schauspieler treten an, um sich für die einzelnen Rollen zu bewerben. Dabei steht weniger die Frage im Vordergrund, ob Tibor Foco tatsächlich der Mörder war, sondern vielmehr die Gedanken und Reflexionen der Frauen und Männer, die sich in die Geschichte des vermeintlichen Verbrechers begeben. Denn jede und jeder von ihnen hat eigene Thesen zum Tathergang und jede und jeder von ihnen eigene Emotionen und Spekulationen hinsichtlich dieses Justizkrimis von 1986.

In künstlerischer Zusammenarbeit mit Theater im Bahnhof, Graz

Fotos

Sujet: Stefan Eibelwimmer