blind gang boom, once we were golden

(Arbeitstitel)

von
Eleonore Khuen-Belasi


Tief in der Erde vergraben, wartet ein Blindgänger darauf, endlich seine ureigenste Aufgabe erfüllen zu dürfen: explodieren. Aber er liegt seit Jahren im Boden und kann sich nicht bewegen, weder vor noch zurück, weder detonieren noch verrotten. Er steckt fest.

©Zoe Goldstein
Uraufführung:
16.02.2023
Spielstätte:
Phönix:Balkon

Besetzung

Inszenierung
Eleonore Khuen-Belasi
Dramaturgie
Matthias Kreitner
Martin Brunnemann
© Zoe Goldstein
Martin Brunnemann
Lara Sienczak
© Zoe Goldstein
Lara Sienczak
Tamara Semzov
©     Lipp Zahnschirm
Tamara Semzov
„Ich möchte mit dem Bild aufräumen, „die Vergangenheit würde uns einholen“. Wie kann uns etwas einholen, dessen Abwesenheit niemals stattgefunden hat?“
Eleonore Khuen-Belasi

Inhalt

Ein Feld, mit Weizen bewachsen. Lady Di läuft samt Presseteam barfuß darüber, denn auf Dinge aufmerksam machen, das kann sie! Unter ihr, tief in der Erde vergraben, wartet ein Blindgänger darauf, endlich seine ureigenste Aufgabe erfüllen zu dürfen: explodieren. Aber er liegt seit Jahren im Boden und kann sich nicht bewegen, weder vor noch zurück, weder detonieren noch verrotten. Er steckt fest. Das alles passiert mitten im Weizenfeld, das von all dem am liebsten gar nichts wissen möchte. 

Immer wieder hört man, die Vergangenheit würde uns einholen. Doch: Wie kann uns etwas einholen, das nie verschwunden war? Anhand des immer präsenten Blindgängers – einer von über 100.000, die in Deutschland und Österreich noch im Boden sind – der genauso vergraben, vergessen, aber deswegen nicht ungefährlich ist wie unser Zuschütten und vermeintliches Unschädlichmachen der Geschichte, geht Eleonore Khuen-Belasi mit Gewaltfantasien und patriarchaler Kriegslogik ins Gericht. Kurz gesagt: Sie untersucht die Bombe.